Interview mit “Gemeinsam für Tiere e.V.”

Beim diesjährigen Donation-Game (Staffel 2) unterstützen wir den Tierschutzverein “Gemeinsam für Tiere e.V.”. Deren Vorsitzende, Elisa Bies, wird Euch live in einer der Shows einiges über die Arbeit des Vereins verraten und hat dann auch ein paar Videos im Gepäck.
Vorab haben wir mit Elisa ein kleines Interview geführt, um Euch den Tierschutzverein kurz vorzustellen und die Arbeit der Mitarbeiter*innen und Mitglieder näherzubringen.

Was ist „Gemeinsam für Tiere e.V.“?
Gemeinsam für Tiere“ e.V. ist ein gemeinnütziger Tierschutzverein, der von ehrenamtlichen Mitglieder*innen betrieben wird. Der Schwerpunkt der Tierschutzarbeit liegt in der Auffangstation in der Türkei, aber auch lokaler Tierschutz in Deutschland ist für uns sehr wichtig. Unser Vereinssitz ist in Beckingen-Haustadt, im Saarland, aber unsere Mitglieder sind deutschlandweit verteilt.

Seit wann existiert der Verein?
Der Verein wurde am 24.10.2009 gegründet.

Was war die Motivation zur Gründung und welche Ziele verfolgt Ihr?
Einige der jetzigen Mitglieder haben dort (in der Türkei) auf privater Ebene den Tierschutz schon über Jahre hinweg unterstützt und sich so zusammengefunden.

Wie ist der Verein strukturell aufgebaut, wie viele Mitglieder (aktiv und passiv) gibt es?
Wir haben mittlerweile einen Vorstand von 7 Personen, die Zuständigkeiten sind hier so aufgeteilt, dass es für alle größeren wichtigen Punkte einen zuständigen Ansprechpartner und entsprechend auch Verantwortlichen gibt.
Für die Vermittlungen gibt es ein Vermittlerteam mit Mitgliedern, die entsprechend geschult uns eingewiesen wurden. Über eine Gruppe aus sehr aktiven Mitgliedern verteilen wir gelegentlich Aufgaben, die gerade anfallen und tauschen uns hier auch immer aus.
Aktuell gibt es 199 Mitglieder. Unterteilt in aktive – oder Fördermitglieder, Ehrenmitglieder und Jugendmitglieder (bis zur Vollendung des 18. LJ). Wobei es bei uns im Verein kein festgelegtes verpflichtendes Engagement gibt, die Fördermitglieder sind allerdings von Wahlen etc. ausgeschlossen. Aber viele aktive Mitglieder unterstützen auch nicht direkt, außer durch ihren Mitgliedsbeitrag.

Euer Arbeitsschwerpunkt liegt in der Türkei, wie gestaltet sich das von Deutschland aus?
Wir organisieren alles, was in der Türkei laufen muss von hier aus. Hier werden alle Spenden Ein-und Ausgänge verbucht, die Mitarbeiter der Türkei werden durch die Spenden finanziert und die gesamte Kommunikation mit dem Team in der Türkei läuft von hier aus. Die Vermittlungen der Tiere laufen ebenfalls in Zusammenarbeit durch uns in Deutschland und das Team in der Türkei. Wir kommunizieren größtenteils über WhatsApp oder besuchen die Station vor Ort.

Warum ist der Tierschutz vor Ort so wichtig? Warum gibt es dort so viele Tiere in Not?
Tierschutz ist in der Türkei so gut wie nicht vorhanden. Es gibt noch immer sehr viele Straßentiere, die sich immer weiter vermehren. Es werden Tiere eingefangen, aber noch immer zu wenig an Kastrationsprojekten gearbeitet. Teilweise werden gewisse Rassen gezüchtet, während die anderen in Massen auf den Straßen leben. Je nach Region scheitert es noch immer an mangelnder Aufklärung und Einstellung zu den Tieren. Viele verletzte Tiere sind hier chancenlos.

Hat sich durch Corona situativ etwas verändert, registriert Ihr z.B. mehr Tierschutz-Fälle seit Beginn der Pandemie oder auch in der Unterstützung des Vereins?
Zu Beginn der Pandemie wurden wir überhäuft mit Adoptionsanfragen, sodass wir zeitweise die Vermittlung eingestellt haben, weil uns klar war, dass wir hier auf einem ganz falschen Weg sind. Mittlerweile ist es so, dass es kaum noch Anfragen gibt und „der Markt“ wie übersättigt wirkt. Gefühlt ist es eher so, dass momentan mehr Hunde wieder zurückgegeben werden -was ja fast klar war. Aber auch die Spendenbereitschaft und die generelle Aufmerksamkeit (das sehen wir u.a. an der Reichweite auf Social Media) ist massiv abgeflacht. Wir werden gefühlt oft um Hilfe gebeten (Tiere aufnehmen, andere Vereine unterstützen, Vermittlungshilfe leisten, …), während wir selbst ums Überleben kämpfen. Aktuell besonders. In der Türkei würde ich nicht direkt sagen, dass sich hier etwas verändert hat. Eher in Deutschland.

Wie ist die Arbeit in der türkischen Auffangstation Aksu organisiert? Arbeitet Ihr mit Partnern Ort zusammen?
Das Gelände gehört Roswitha, die den Verein mit gegründet hat. Mittlerweile hat sie das Gelände sozusagen uns verpachtet. Unsere ehemalige Mitarbeiterin und Tierärztin Beyza leitet nun die Station. Sie und die Arbeiter dort werden durch Spenden des Vereins finanziert und versorgen dort die Tiere. Wir arbeiten also nur mit unseren Angestellten und die Tiere werden nur in der Auffangstation untergebracht, bis sie entweder irgendwann ausreisen dürfen, manche werden wieder ausgesetzt, oder sie erhalten ihr Gnadenbrot bei uns.

Welche Probleme gibt es vor Ort, welchen Hindernissen begegnet Ihr in Eurer Arbeit?
Viel zu viele, um das hier aufzuzählen. Es ist zum verrückt werden. Angefangen, dass die zuständigen Behörden in der Türkei wenig Interesse zeigen, bis hin zur legalen Ausreise der Tiere, bzw. dann Einreise nach Deutschland. Überall werden einem Steine in den Weg gelegt.

Gibt es Ziele oder Pläne, die Ihr in Zukunft zusätzlich umsetzen wollt?
Wir würden gerne weiterhin mehr kastrieren, dass dieses Elend irgendwann weniger wird. Generell sind wir mit der Umsetzung unserer Arbeit ganz zufrieden, an dem System selbst möchten wir daher nicht unbedingt etwas verändern. Gerne noch mehr aufklären und ein bisschen mehr Bewusstsein dafür schaffen, dass nicht jedes Tier gerettet werden möchte und letztendlich in unserem Wohnzimmer „endet“. Wir würden gerne mehr nachhaltig Tierschutz betreiben. Das wäre schön, wenn das auch so umsetzbar wäre.

Welche Art der Unterstützung benötigt der Verein?
Leider am allermeisten finanzielle Unterstützung. Aber auch Werbung ist toll. Wir freuen uns auch über aktive und motivierte UnterstützerInnen in Deutschland, aber auch tatkräftige Hilfe in der Auffangstation in Aksu freut uns immer sehr. Ebenso natürlich Adoptionen, oder Pflegestellen für unsere Tiere.

Wofür werden Spendengelder und Sachspenden verwendet?
Für alles, was anfällt. Für Futter, Versorgung der Tiere, Tierarztkosten, Lohn für unsere Mitarbeiter, etc. Unsere Mitglieder arbeiten alle ehrenamtlich.

Was wünscht / erhofft Ihr Euch von der Kooperation mit der Friesencrew?
Wir würden uns sehr freuen, wenn tolle Menschen auf uns und unsere Arbeit aufmerksam werden und uns auch gerne unterstützen möchten. Und klar freuen wir uns auch über finanzielle Unterstützung. Leider regiert Geld ja bekanntlich die Welt, das ist im Tierschutz nicht anders.

Was möchtet Ihr unseren Zuschauern unbedingt mit auf den Weg geben?
Wir möchten uns bei euren Zuschauern und euch ganz herzlich bedanken. Wir waren positiv überrascht, dass es ein so tolles Projekt gibt. Wir finden es schön, Spaß & etwas Gutes zu tun so schön zu kombinieren.
Wir wünschen euch ganz viel Spaß, Erfolg und wir freuen uns, von euch zu hören.

 

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Gemeinsam für Tiere e.V.
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Weitere Informationen zum “Donation Game”  findet Ihr hier.

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